Grundlagen · Unit 51

to-Infinitiv - adverbialer Gebrauch

Beim adverbialen Gebrauch tritt der to-Infinitiv zum Satz hinzu und ergänzt ihn um Zusatzangaben wie Absicht, Ergebnis, Ursache eines Gefühls oder Grund eines Urteils; davon kommt die Absicht („um … zu“) am häufigsten vo…

Erklärung

Beim adverbialen Gebrauch tritt der to-Infinitiv zum Satz hinzu und ergänzt ihn um Zusatzangaben wie Absicht, Ergebnis, Ursache eines Gefühls oder Grund eines Urteils; davon kommt die Absicht („um … zu“) am häufigsten vor.

 

A.  Absicht — um … zu 

Die häufigste Bedeutung beim adverbialen Gebrauch ist die Absicht, also „um … zu“ bzw. „damit“. Zur Betonung oder in gehobener Sprache kann man dafür in order to / so as to einsetzen.

FormBedeutungBeispiel
to + Grundformum … zuI study to pass the exam.
in order to + Grundformum … zu (betont)I study in order to pass the exam.
so as to + Grundformum … zu (gehoben)Walk slowly so as not to slip.
Verneinung in order not toum nicht … zuI ran in order not to be late.
  • She went to Paris to study French. (Sie ist nach Paris gegangen, um Französisch zu lernen.)
  • I called him to invite him to my party. (Ich habe ihn angerufen, um ihn zu meiner Party einzuladen.)
  • We got up early in order to catch the first train. (Wir sind früh aufgestanden, um den ersten Zug zu bekommen.)
  • He whispered so as not to wake the baby. (Er hat geflüstert, um das Baby nicht zu wecken.)

 

B.  Ergebnis — und wurde schließlich … 

Der Gebrauch als Ergebnis bedeutet „und wurde dabei schließlich …“ und kommt oft mit Verben wie grow up·live·wake up vor; mit only to und never to betont man ein unerwartetes oder negatives Ergebnis.

FormBedeutungBeispiel
~ to becomeaufwachsen und … werdenHe grew up to become a doctor.
~ to findetwas dabei feststellenShe woke up to find it snowing.
~ only toes tun, aber schließlich …I ran, only to miss the bus.
~ never tonie wieder …He left, never to return.
  • She grew up to become a famous writer. (Sie wuchs auf und wurde eine berühmte Schriftstellerin.)
  • He lived to see his grandchildren. (Er lebte lange genug, um seine Enkel zu sehen.)
  • I hurried to the station, only to find the train gone. (Ich eilte zum Bahnhof, aber der Zug war schon weg.)
  • She woke up to find everyone gone. (Sie wachte auf und stellte fest, dass alle weg waren.)

 

C.  Ursache des Gefühls, Grund des Urteils 

Nach Gefühlsadjektiven wie happy·glad·sad·sorry·surprised·lucky nennt der to-Infinitiv die Ursache dieses Gefühls, und nach must be bzw. can't be nennt er den Grund eines Urteils: „wenn jemand … tut, dann ist er sicher …“.

FormBedeutungBeispiel
Gefühlsadjektiv + to-Infinitivweil man … tut (Ursache)I'm glad to hear that.
must be + Adjektiv + towenn er … tut, ist er sicher …She must be tired to sleep so long.
kind·clever·foolish of ~ + towie … von jemandem, das zu tunIt's kind of you to help me.
  • We were surprised to see him at the party. (Wir waren überrascht, ihn auf der Party zu sehen.)
  • I'm sorry to hear the bad news. (Es tut mir leid, die schlechte Nachricht zu hören.)
  • She's lucky to have such good friends. (Sie hat Glück, so gute Freunde zu haben.)
  • He must be crazy to drive in this weather. (Er muss verrückt sein, bei diesem Wetter zu fahren.)

Kernpunkte

  1. 1Die häufigste Bedeutung des adverbialen Gebrauchs ist die Absicht „um … zu“, und zur Betonung setzt man in order to bzw. so as to ein. (z. B.: I called him to invite him.)
  2. 2Die Verneinung der Absicht schreibt man natürlicher als in order not to bzw. so as not to und nicht als bloßes not to — denk daran. (z. B.: I ran in order not to be late.)
  3. 3grow up to·live to·wake up to sind feste Verbindungen mit der Bedeutung eines Ergebnisses: „wuchs auf und wurde“, „lebte und sah“, „wachte auf und stellte fest“. (z. B.: He grew up to become a doctor.)
  4. 4Nach Gefühlsadjektiven wie happy·glad·sad·sorry·surprised·lucky nennt der to-Infinitiv die Ursache dieses Gefühls. (z. B.: I'm sorry to hear that.)
  5. 5must be / can't be + Adjektiv + to-Infinitiv nennt den Grund eines Urteils: „wenn er … tut, ist er sicher …“ bzw. „kann er nicht … sein“. (z. B.: He must be tired to sleep so long.)

Beispiele

I went to the store to buy some milk.
Ich bin zum Laden gegangen, um etwas Milch zu kaufen.
She works hard to save money.
Sie arbeitet hart, um Geld zu sparen.
I called him to invite him to the party.
Ich habe ihn angerufen, um ihn zur Party einzuladen.
We got up early to catch the first train.
Wir sind früh aufgestanden, um den ersten Zug zu bekommen.
He studied hard in order to pass the exam.
Er hat hart gelernt, um die Prüfung zu bestehen.
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Häufige Fehler

I went to the store for buy milk.
I went to the store to buy milk.
I ran to not be late.
I ran so as not to be late.
He grew up to became a doctor.
He grew up to become a doctor.
I'm happy for see you.
I'm happy to see you.
She works hard for saving money.
She works hard to save money.
It's kind for you to help me.
It's kind of you to help me.
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